Kremstal stärkt seinen Herkunfts-Charakter

Grüner Veltliner und Riesling gelten als Leitsorten des Kremstales. Sie stehen für über 70 % der zur Prüfnummer eingereichten Weine. Deshalb wurde die Verkehrsbezeichnung Kremstal DAC auch für diese beiden Rebsorten eingerichtet. Der Wein muss – nach dem Weingesetz – reinsortig sein. Ein Kremstal ist daher entweder ein Riesling oder ein Grüner Veltliner. Die Verkehrsbezeichnung Kremstal DAC dürfen nur Weine tragen, die aus Kremstaler Weingärten stammen und im Kremstal vinifiziert und abgefüllt wurden.

Herkunft zählt mehr

Es ist im französischen Burgund so und in vielen anderen renommierten Weinbaugebieten: Die kleinste Herkunft, also die Lage – oder in Österreich: die Riede – hat größte Bedeutung. Dieses Appellationssystem zum Vorbild, haben die Weinbaugebiete Kamptal, Kremstal und Traisental bereits vor einigen Jahren begonnen, die bestehenden Verordnungen für ihre Herkunftsweine Grüner Veltliner und Riesling Kamptal DAC, Kremstal DAC oder Traisental DAC zu diskutieren.

Als Ergebnis des langen Prozesses wurde nun in den Verordnungen ein dreistufiges System verankert. Gemäß diesem können die Winzer ab dem Jahrgang 2016 ihre Weine in den Kategorien Gebietswein, Ortswein und Riedenwein bei der Prüfnummernstelle einreichen. Die jeweilige Kategorie sollte auf dem Vorderetikett sofort zu erkennen sein: Ein Gebietswein heißt dann beispielsweise ganz einfach Kamptal, ein Ortswein Langenlois, ein Riedenwein Heiligenstein. 

Neu ist auch, dass es zwar Alkoholuntergrenzen, aber keine Obergrenzen mehr gibt. Damit schließt man aus, dass ein Wein aufgrund zu hohen Alkohols unter „Niederösterreich“ vermarket werden muss. Reserve-Weine kommen weiterhin auf den Markt, unterscheiden sich von den anderen DAC-Weinen aber nur mehr durch den Erscheinungstermin und nicht durch den Alkoholgehalt. Zur Prüfnummer eingereicht werden können Reserven nun erst ab 1. Juli. D.h. Der Begriff „Reserve“ ist nur eine  Zusatzbezeichnung und stellt aber keine eigene Kategorie mehr dar. Um Verwechslungen von Lagen mit Markennamen zu vermeiden, sieht übrigens die Novelle zum Weingesetz 2009 vor, dass bei Weinen mit Lagenbezeichnung das Wort „Ried“ vor dem Namen der Lage auf dem Etikett stehen muss.

Mit der Dreistufigkeit Gebiet – Ort – Riede im Appellationssystem werden nun Erklärungen viel leichter, vor allem im internationalen Bereich, wo das System bereits gelernt ist. Aber auch in Österreich wächst das Bewusstsein für Herkünfte. Kritische Konsumenten möchten wissen, wo der Ursprung des gekauften Produkts liegt und sind dankbar für eine klare Regelung. Mit den neuen Verordnungen wird den Rieden (Lagen) mehr Aufmerksamkeit und Wertigkeit gewidmet.

Als Bilder sehen Sie die nun gültige "Pyramide" und Musteretiketten, wie sie im Kremstal schon sehr bald aussehen könnten.

Pyramide und Musteretiketten zum Download.

Kremstal Etiketten der Zukunft

Kremstal-Etiketten der Zukunft

KREMSTAL Appellations Struktur

Kremstal-Weine in drei Stufen veranschaulicht